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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 244

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 244)
Language
German
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248 unter ägyptischer Herrschaft, die sich heute über Palästina, das Philisterland, und Syrien erstreckt, ist bloß Alexandrien mit Mauern versehen. Ist die Aussage der dortigen Juden richtig, so habe ich in Gaza Gebäudetrümmer, welche Simson auf die Philister gestürzt hat, gesehen. Wir waren in Gaza vier Tage; daselbst ist jetzt eimRabbiner aus Deutschland, Namens Rabbi Mosche aus Prag, der von Jerusalem sich hierher geflüchtet hat; dieser brachte mich mit Gewalt in sein Haus und ich mußte die ganze Zeit, wo ich in Gaza war, bei ihm zubringen. Am Sabbath waren alle Vorsteher mit uns zur Tafel geladen; sie tranken 7 bis % Gläser vor dem Essen und waren recht vergnügt. Am Sonntag den 11. Nissan machten wir unsere Reise von Gaza auf Eseln; wir kamen zwei Parsas weit von Hebron und übernachteten da. Am Montag kamen wir nach Hebron; es ist eine kleine Stadt am Abhänge des Berges; die Türken nennen es Chalil^). Es ist in zwei Theile getheilt; der eine ist bei der Patriarchenhöhle und der andere gegenüber, einen Bogenschuß weiter entfernt. Ich war in der Höhle Machpelah; es ist auf derselben eine Moschee erbaut und die Araber halten diesen Ort in großen Ehren; alle Könige der Araber kommen dahin, ihr Gebet zu verrichten. In die Höhle selber, wo die eigentlichen Gräber der Patriarchen sind, kann weder ein Jude noch ein Araber eintreten^ die Araber bleiben oben und lassen durch ein Fenster brennende Fackeln in dieselbe hinab, denn es wird da von denselben ein immerwährendes Licht unterhalten. Alle die dahin kommen um zu beten, lassen Geld da, welches sie durch die Fenster in die Höhle werfen; wenn man nun das Geld herausnehmen will, so läßt man einen unverheiratheten jungen Menschen an einem Seil hinab um es zu holen, so haben es mir die dortigen Juden erzählt. Ganz Hebron, dessen Aecker und Umgegend gehört zur Höhle; man vertheilt da jeden Tag Brod, Linsen oder ein anderes Gerücht von Hülsenfrüchten an Arme ohne Unterschied des Glaubens; dies geschieht zu Ehren Abrahams. Außerhalb, an der Mauer, der Höhle, befindet sich eine kleine Oeffuung; man sagt, diese soll gerade nach dem Grabe Abrahams gerichtet sein, und da ist es den Juden erlaubt zu beten, aber inner-

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