Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 141)
- Language
- German
- Belongs to
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143 wärts bis etwa zu 10 Obolen gab, etwa wie wir Kupferstücke von 1, 2, 3 und 4 Pfennigen haben; 1 lyrischer Obol wog an 114 Eran, lf Obol (|- Drachme) etwa 17, 2 Obolen 22f u. s. w., 10 Obolen an 114 Gran. In Erwägung, daß schon die zu Grunde gelegten Silbermünzen an Gewicht etwas variirten, sowie der bereits erwähnten Umstände, daß die Kupfermünzen noch seltener genau ausgemünzt wurden, und daß sie bald mehr bald weniger Abgang erlitten, ehe sie den wägenden Numismatikern in die Hände kamen — stimmen zu dieser Auffassung obige Gewichtsangaben von 116—9 Gran herab hinreichend *). Bei dem Mangel einer Angabe des Werthes oder Gewichtes auf diesen Münzen müssen die an Gewicht sich nahe stehenden sehr leicht mit einander vertauscht worden sein: aber diese Schwierigkeit bestehet auch für jede andere Auffassung, und Zeigt uns, daß die Kupferstücke damals noch keine Münze in ihrem vollen heutigen Sinne, von ganz bestimmtem Werth, sondern halb noch bloße Tauschmittel waren; wir werden in der Geschichte des altjüdischen Handels sehen, daß zum Theil mit aus diesem Grunde das Kupfergeld noch Jahrhunderte später dem Silber gegenüber als Waare angesehen wurde. Es haben sich Kupfermünzen auch von Herodes und dessen Söhnen Archelaus und Antipas (die von Antipas in Tiberias geprägt), sowie von Agrippa I und II erhalten; über ihr Gewicht will ich erst später sprechen, da dieses schon den römischen Einfluß zeigt. Noch eine Bemerkung ist aber darüber anzufügen, daß aus dem langen Zeitraume von dem Tode des Schimon Mackabäus bis zu dem Aufstande unter Nero gar keine jüdischen Silbermünzen vorkommen. Für die Zeit bis Herodes erklärt man dies gewöhn- *) Wahr ist, daß auch in Athen nach Alexander dem Großen Kupfermünzen geprägt wurden, welche von 10—6 und wieder von 4__1 Gramm ununterbrochen in den kleinsten Abstufungen absteigen: aber ich sehe nicht ein, warum dies aus einer Regellosigkeit der Prägung selbst da erklärt werden soll, wo, wie gezeigt, eine bessere Erklärung sich darbietet.