Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 100)
- Language
- German
- Belongs to
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102 abzuschneiden, wäre gar zu mühselig gewesen, und überdies derkleine Mann besaß keine Barren, auch wäre sonst wohl in irgend einer Schriftstelle einmal von diesem Abschneiden die Rede gewesen, was aber nicht der Fall ist; endlich hatte nach l. Sam. 9, 8 schon Saul's Diener einen „Viertelschekel Silbers" bei sich. Auf solchen Stücken muß eine Bezeichnung ihres Gewichtes eingegraben gewesen sein, von einer Behörde wohl noch nicht, sondern von Gold- und Silberschmieden*): von solchen bezeichneten Stücken möchte der Ausdruck „400 Schekel Silbers, gangbar beim Kaufmann" (1. Mos. 23, 16) Zu verstehen sein; und daß gleichwohl dort sowie sonst vom Zuwägen derselben die Rede ist, wird aus der Annahme sehr erklärlich, daß dieses Rachwägen zur Prüfung geschah, da ja die in Umlauf gesetzten Stücke hätten von Anfang an zu leicht gemacht oder später beschnitten sein können. Die Angabe B. kamma 97, d, die Münze von Jeruschalajinr hätte Dawid und Schlomo von der einen und Jeruschalajinr die heilige Stadt von der anderen Seite gezeigt, dagegen die unseres Vaters Abraham einen Greis und eine Greisin von der einen Seite, von der anderen einen Jüngling und eine Jungfrau — ist natürlich unbegründet, könnte aber immerhin darauf beruhen, daß.man einmal in jener späten Zeit aus frommer Spielerei solche zwei Schaumünzen geprägt hätte. Dagegen die Angabe Bereschifc-rabba K. 39: von Vieren sei ,,rine Münze ausgegangen^, von Abraham die angegebene, von Jehoschua eine mit einem Stier auf der einen und einem Büffel auf der anderen Seite; von Dawid eine, welche auf der einen Seite Stab und Tasche eines Hirten, auf der anderen einen Thurm, und von Mordechaj eine, welche hier Sack und Asche, auf der Rückseite eine goldene Krone gezeigt habe; desgleichen die abweichende Angabe Märaseb Lster 129, d, daß auf der einen Seite von Mordechaj's Münze er selbst, arrf der anderen Ester abgebildet war — berechtigt nicht einmal zu der Vermuthung, daß jemals solche Schaumünzen geprägt worden seien. Sondern mir *) Im Mittelalter gingen aus den Goldschmieden die Münzmeister tzsrvor. Auchdas Zusammenwirken der Goldschmiede nnd Krämer Rech. 3, 32 scheint mir auf eine solche nähere Beziehung derselben zn einander hinzuweisen.