Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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19 Der König möge daher auf eine neue wirksamere Maßregel, sinnen, um die Vertilgung des israelitischen Volks herbeizuführen. Wohlan, erwiederte der König, so gebet ihr jetzt an, wie dieses Ziel zu erreichen! Da ließ einer der königlichen Räthe (nach einer Version: Jjob aus Uz) also sich vernehmen: „Allerdings unseren Absichten sehr entsprechend war und ist heute noch jene Anordnung, welche deine Weisheit, o König! in's Leben treten ließ, nämlich die Jsraeliten mit harten Arbeiten zu belasten; darum bleibe selbe auch fernerhin für immer aufrecht erhalten. Aber um unsere gerechte Furcht vor der überhand nehmenden Menge jenes Volks zu beseitigen, gestatte ich mir noch Folgendes anzurathen. Möge ein königlicher Befehl an die Hebammen erlassen werden, jedes männliche Kind, das die Häbräerinnen gebären, sogleich nach der Geburt zu todten. Kommt dieses zur Ausführung, so erlischt ihr Mannesstamm und wir haben fürder bei Kriegsfällen die Jsraeliten nicht zu fürchten." Dieser Vorschlag ward von dem König und seinen Räthen gebilligt. Man konnte ja sonach den Umständen gemäß, das Verbrechen auf die Hebammen schieben. Pharao ließ die beiden hebräischen Hebammen vor sich kommen, welche den übrigen ihres Stammes vorstanden. Es waren dies Mutter und Tochter, nämlich Jochebed und Mirjam*). Letztere, obgleich erst fünf Jahre Zählend, leistete doch bereits der Mutter bei ihrem schwierigen Berufe hülfreiche Hand. Beide widmeten den Neugeborenen die zarteste Pflege; sorglich wuschen und putzten, sie die Kleinen, beschwichtigten sie mit sanftem Zurufe, besprengten die Schwächlichen mit kräftigendem Tränke und förderten auf jede Weise der Kinder Gedeihen und Wachsthum. So verdankte ihnen Israel die Zunahme an blühenden Sprößlingen, in des Vol- *) Nach anderer Vers. Schwiegermutter und Schnur, Jochebed und Elischeba, Tochter Anünadab's (2. Mos. 6, 22). Nach andrer Version waren beide Hebammen ägyptische Proselytinnen frommen Sinnes.