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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1861-01-01 · Heft 1 · page 187

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1861
Issue
Heft 1
Date
1861-01-01
Page
– (sequence 187)
Language
German
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168 auf Johann und den Prinzen, seinen Sohn; der apostolische Stuhl soll frei davon sein." Erst jetzt gab der Papst nach, weil Kaiser Carl V. Schwager des Königs" Johann war, und die beiden Monarchen damals beabsichtigten, in noch engere Verwandtschaft zu treten, nämlich ihre Kinder gegenseitig zu verheirathen, wie es auch ausgeführt würde. Nachdem Paul III. dies gewährt hatte, wurde wiederum etwa achtzehn hundert Personen, welche in der letzten Zeit waren eingezogen worden, Amnestie ertheilt. Da aber der König sich weigerte, den päpstlichen Pardon in Kraft treten zu lassen, und die Eingekerkerten in Freiheit zu setzen, fühlte die apostolische Heiligkeit sich dadurch verletzt und sandte ihren Nuntius, den Herrn Cardinal Monte Publicano nach Portugal. Dieser bewog den König, welcher noch immer sich weigerte, dem Papste zu gehorchen, die Amnestie an die Thüren der Hauptkirchen anheften zu lassen, und der Nuntius brachte zu Wege, daß die Gefängnisse geöffnet, und gegen achtzehn hundert Gefangenen die Freiheit wieder gegeben wurde. Diese Angelegenheit betrieb in Rom Signore Duarte de Paz, ein Ritter des Ordens St. Johann. Zehn Männer waren im Geheim bestellt, diesen Mann in Rom ausfindig zu machen, und nachdem sie ihn endlich aufgefunden hatten, brachten sie ihm fünfzehn Wunden bei und ließen ihn wie todt liegen. Derart verwundet, schaffe man ihn in das Haus des Signore Philipp Estrozi. Sobald der Papst von dem Attentate Kunde erhielt, ließ er Duarte in das Kloster St. Angelo bringen, dem auch der ausdrückliche Befehl sorgsamer Behandlung ertheilt war, denn de Paz wurde von Paul III., allen Cardinälen und dem ganzen Hofe sehr in Ehren gehalten. Zur selbigen Zeit befand sich Kaiser Carl V. mit seiner Armee in Rom. Als er mit Clemens VII. zu unterhandeln begann, erließ dieser, da er des Königs Zudringlichkeit gewahrte, eine Bulle, in der er allen Juden Portugal's gestattete, zu kommen und in allen Theilen der päpstlichen Herrschaft zu leben.

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