Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 165)
- Language
- German
- Belongs to
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146 Königthum in Republik verwandelt worden ist, es Ew. Hoheit gefallen möge, die jüdische Nation wieder aufzunehmen. Lebte sie doch auch in früheren Zeiten auf dieser Insel! Durch welche falsche Anklage sie einst so grausam behandelt und verbannt worden ist, weiß ich nicht. Nutzen ist ein sehr mächtiger Hebel, Jedermann zieht ihn allen anderen Dingen vor, deswegen werde ich diesen Punkt zuerst berühren. Die Erfahrung lehrt, daß Handel zu allen Zeiten die Hauptbeschäftigung der Juden war und es auch noch heute ist; dieses schreibe ich der besondern Vorsehung und Güte Gottes gegen sein Volk zu. Nachdem er sie ihrem eigenen Staate, nicht aber seinem Schutze entzogen hatte, gab er ihnen den Handel gleichsam zum Naturtrieb, damit sie nicht nur das erschwingen, was sie für ihren Unterhalt nothwendig bedürfen, sondern auch Reichthümer und Schätze aufhäufen, vermittelst derer sie nicht nur ihren Fürsten und Herren lieb und angenehm waren, sondern auch von anderen eingeladen wurden zu kommen und unter ihnen zu wohnen. Es kann ferner nicht in Abrede gestellt werden, daß vornehmlich die Nothwendigkeit des Menschen Fähigkeit und Geschicklichkeit anregt, und daß es ein großes Reizmittel für ihn ist, in jeder Weise die Gunst des Schicksals zu erfahren. Da die Juden nun einsehen, daß es die Klugheit verbietet, nach dem Besitze von Ländereien und anderen liegenden Gründen zu streben und in dieser Weise ihr Vermögen zu sichern, hier, wo ihre Person selbst so vielen Zufälligkeiten, Verbannung und Auswanderung unterworfen ist, so sind sie schon deshalb darauf angewiesen, Handel zu treiben, bis zu jener Zeit, daß sie in ihr eigenes Land zurückkehren und dann, wie Gott durch den Propheten Zacharias verkündet hat, „kein Krämer mehr im Lande wird gefunden werden"175). Hieraus erwächst. 175) Zacharias, 14, 21.