Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 133)
- Language
- German
- Belongs to
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dem Studium der Medicin ergeben und in dieser Kunst so bedeutende Fortschritte gemacht, daß er sich sür fähig hält, von Eurer Universität die Doctorwürde erlangen zu können9a). Dringend empfahl ihn mir Menasse, Dein guter Freund, wekchen auch ich. wie Du weißt, außerordentlich liebe." Die Freundschaft des Vaters ging auch auf die Söhne über, welche ihm als ihrem Lehrer^) stets hohe Achtung bezeugten. Dionysius übersetzte unter seiner Leitung Stücke aus Maimonides und, wie bereits erwähnt, den Conciliador ins Lateinische. Zsaac Vossius stand mit ihm in Correspondenz und leistete ihm in seiner Eigenschaft als Kammerherr der Königin Christine von Schweden manchen trefflichen Dienst; als Zeichen der Dankbarkeit wurde ihm die Schrift Estatua de Nebuchadnesar von Menasse gewidmet. Auch Hugo Grotius, einem eben so gründlichen Theologen, wie scharfsinnigen Philosophen und mit den Quellen wohl vertrauten Historiker war Menasse nicht unbekannt geblieben; durch den alten Vossius hatte er vermuthlich zuerst Nachricht von ihm und dieser alte Freund übernahm auch einige Jahre die Vermittlung ihrer Eorrespondenz. An Fragen ließ Kaiserin Maria von Oesterreich, einer spanischen Prinzessin, deren Beichtvater er gewesen, in hoher Achtung. Im Jahre 1643 trat er zu dem Glauben seiner Vater über. Er vollzog mit eigener Hand die ihn zum Juden weihende Operation, studirte Medicin und ließ sich in Amsterdam als Arzt nieder; vgl. Sephardim 291. 92) Ich glaube, fügt Vossius noch hinzu, daß die Religion der Promotion keine Hindernisse in den Weg lege, denn vor einiger Zeit wurde dem Haro (David de Haro sSephardim 176^), aus Amsterdam, der auch Jude ist, die Doctorwürde von den Professoren in Leyden ebenfalls ertheilt. Auch erinnere ich mich, von meinem alten Collegen, dem lieben Vorstius, gehört zu haben, daß hierbei gar nicht in Betracht kommen welchen! Glauben die Doctoranten angehören, sondern nur was sie in der Kunst leisten, besonders in diesen Gegenden, wo es den Juden freisteht, die Medicin zu üben. 93) Vossii Epistol., 208.