Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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24 nahmen um nach Kandia zu gelangen, während wir fern vom Lande um die ganze Insel etwa 300 Meilen umfuhren — die Insel selbst hat einen Umkreis von 700 Meilen — kamen dann in die hohe See und machten 500 Meilen, während welcher wir kein Land erblickten. Unterweges hatten wir zwei Tage und eine Nacht Sturm, alsdann führte der Herr einen günstigen Wind aus seinen Vorrathskammern, welcher unser Fahrzeug ruhig und sicher forttrieb, bis wir an die Spitze von Cypern kamen, etwa 20 Meilen von Famaugusta. Hier fanden wir 20 flache Galeeren von der Ortswache, welche uns nach ihrer Weise entgegenkamen. Am Sabbath vor Neujahr 324, (11. Sept.) fuhren wir in Fam au gusta ein. Dieses ist von Zante 1300 Meilen, woraus sich ergiebt, daß von Venedig bis Famaugusta eine Entfernung von 2200 Meilen ist. Als wir hier anlangten, erfuhren wir zu unserm großen Schrecken, daß alle lyrischen Länder von der Pest heimgesucht worden, indem Gottes Hand sie schlug, und zwar schon seit dem ersten Adar. Besonders hatten Jerusalem, Saset, Haleb und Damask gelitten, ebenso Beirut und Tripoli. Allerdings versicherte man uns, daß die Seuche bereits nachgelassen hatte, aber sie war noch nicht ganz verschwunden, ausgenommen in Trip oli. Dahin war eine Fregatte gesendet worden, welche nach zwei Tagen zurückgekehrt war und Zeugniß brachte, daß jene Stadt gänzlich gesund sei. Dennoch wagte ich es nicht, mich und die Meinigen einer so großen Gefahr auszusetzen. — Die Galeassen hielten hier 6 Tage an, und am Neujahrstage früh zogen sie nach Tripoli fort, wo sie den andern Morgen, nach Zurücklegung des Weges von 100 Meilen anlangten. Mit ihnen fuhren der wackere Salomo von Pisa, außerdem ein Deutscher, der mit Familie nach Jerusalem wanderte, ferner 3 Levantiner, welche nach Saset gingen, und ein Portugiese, der mit mir aus Pesaro gereist war. Gott geleite sie auf ihrem Wege, schütze sie vor jedem Leid und Unfall und wende ihnen seine Gnade zu, und eben so den übrigen Resten seines Volkes Israel.