Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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XX stattet ist. Pamphlete, von der Bosheit dictirt, um wehrlos Gedrückte noch mehr zu drücken und sie. dem Höhne Preis zu geben, oder vom Geiste der Proselitenmacherei eingegeben, um das heiligste Besitzthum des Menschen, seine Religion zu schmähen, oder von Miethlingen verfaßt, die, wenn nur bezahlt, heute schmähen, was sie gestern gelobt: Machwerke, die in Deutschland Niemand mehr liest; in jenen Gegenden sind sie noch heute, geschweige denrr vor 30 Jahren, Ereignisse von ungeheurer Tragweite- Staatsmänner und Gelehrte, Handwerker und Kaufleute verschlingen solche Schriften mit einer Art von Gier und der ohnehin noch sehr wenig überwundene Judenhaß findet eine willkommene Nahrung. Nach solchem Maßstabe gemessen, wird man das Verdienst unseres-J o st, den wir mit seinem Jugendgenossen Zunz gleich gerüstet treffen, gebührend zu würdigen wissen. — Beide kämpfen hier einen heiligen Kampf; beide weisen den Unberufenen in. seine Schranken; beide enthüllen die Absichten der Böswilligen; jeder in seiner Weise: und gewähren jene Gelegenheitsschriftchen das besondere Interesse, die beiden Jugendfreunde, die hier einer heiligen Sache gemeinsam dienen, in ihrer Eigenthümlichkeit zu erkennen, und zu bewundern. — Doch vergessen wir über den Gelehrten, den Schulmann, den Publicistcn nicht den Menschen, — Hier ist die Gefahr freilich nahe, von Empfindungen bewältigt, die Ruhe und Fassung zu verlieren, die wir bisher angestrebt. — Welche Bescheidenheit schmückte den als'Gelehrten weit und breit berühmten I o st! Wie zuvorkommendtrat er Jedem entgegen, der sich an ihn wandte! Wie wußte er jede Leistung anzuerkennen, jedes Streben zu würdigen und jedes schüchterne Talent aufzumuntern! Freilich wußte er auch die Geißel der Satyre zu schwingen, aber wie selten gebrauchte er sie! Und auch dies nur