Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1861
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1861-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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XIII behrungen getheilt; während eine große Anzahl solcher jungen Leute., an der Grenze einer neuen Zeit angelangt nur Weideplätze für sich aufsuchte, unbekümmert um die noch kämpfenden und ringenden Brüder, welche sie ihrem eignen Schicksale überließ, kannte unser Ioft keinen edlern Beruf als die kräftige Einwirkung auf seine Glaubensgenossen. Ja selbst das gewiß achtungswerthe Streben der von dem damals erwachten Regenerationstriebe geleiteten Männer, welches sich auf eine schönere, äußere Gestaltung des Gottesdienstes bezog und die von einer äußern, würdigern Repräsentation des Judenthums alles Heil erwarteten; auch dieses, an sich gewiß lobenswerthe Streben theilte I o st nicht; wenigstens konnte er unter den damaligen Verhältnissen sich dafür nicht begeistern, und obgleich im Hause des edlen, für Synagogenreform schwärmenden Jacob söhn, konnte er sich dennoch nicht entschließen, dessen Tendenzen, wenn er gleich nicht in Widerspruch mit ihnen war, zu theilen, oder gar zu fördern. — Jugendbildung, Erziehung, Weckung des Bildungstriebes, organische Entwickelung, nicht bloß äußere Gestaltung, das schien ihm das Wesentlichste und Wichtigste, und der edle Beruf der Jugendbildung war es auch, dem er von I8l6 bis 1 835 in Berlin und von da ab bis zu seinen Tode in Frankfurt a/M. seine von dem besten Erfolge gekrönte praktische Thätigkeit widmete. — Die Worte Jost's*): „Muth und Ausdauer sind Tugenden, durch welche die männliche Kraft sich bewährt, und diese wird , je geringer die Mittel zum Kampfe, die ihr zu Gebote stehen, um so achtbarer und bewundernswerther, als stch Charakterstärke in ihr beurkundet." *) Geschichte des Judenthums und seiner Secten. Band. I. Einleitung, S. 6.