Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1860
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 169)
- Language
- German
- Belongs to
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171 benutzte. Auch legten die Juden im Jahre 1385 in Hildesheim eine erst im Jahre 1849 ihrer Baufälligkeit wegen geschlossene Synagoge am Lappenberge an, für welche sie sich zu einem jährlichen Erbzinse von vier Mark an die Stadt verpflichten mußten 8). — In Goslar müssen die Juden im vierzehnten Jahrhunderte in ziemlich großer Anzahl gewohnt haben. Zur Zeit der großen Pest nämlich im Jahre 1350, wo man sie bekanntlich der Brunnenvergiftung beschuldigte und an unzähligen Orten Deutschlands ermordete, blieben sie in Goslar verschont und zwar entweder weil, wie der Chronist d) bemerkt, das Ansehen der Obrigkeit die Bürger von solchem Frevel abhielt oder weil man von der Unschuld der Juden überzeugt war. Es starben damals jedoch von diesen an der Pest so viele, daß ihr alter Gottesacker ihre Leichen ferner nicht mehr aufnehmen konnte und sie einen neuen zu erwerben suchen mußten, der ihnen auch von den Stistsherren auf dem St. Georgsberge gegen eine jährliche Lieferung von einem Stäbchen Weines an den Stistsprobst oder einer Abgabe von so vielen Pfennigen, als ein solches gerade gelten würde, eingeräumt wurde und dessen sie sich so lange bedienten, bis der Georgsberg abgetragen ward, zu welcher Zeit sie denselben an den Stadtwall verlegten 10). Die über die Erwerbung des jüdischen Gottesackers auf dem Georgsberge von dem Vogte Conrad Romolt am 11. März 1358 ausgestellte, zwar bereits von Heineccius, jedoch fehlerhaft, mitgetheilte Urkunde lautet nach dem in dem hiesigen königlichen Archive vorhandenen Originale (auf Pergament) also: „Ek Conrad Rommolt to Goslere bekenne unde betughe openbar in dessem Breue, Dat de Juden ghemene de to Goslere wonende sint, hebbet vor mek gewesin van erer weghen unde hebbet vor mek an Rychthes stad bekant, Dat se unde ere nakomelinge willen unde schullen alle jar eweliken unde Jummermeir (ewig und immermehr) in sunte merlines avende (fc. i. am 10. November) gheven unde ant-