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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 59

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1860
Issue
Heft 1
Date
1860-01-01
Page
Seite 59 (sequence 63)
Language
German
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59 würdig; — man zieht mit euch, und nimmt euch euer Geld ab. Hol euch der und der! und Gott gebe, von euch nichts ' mehr zu erfahren. Aber ich werde Gott und meinem Kaiser treu und redlich dienen, nicht wie diese Schufte, welche hundertmal an einem Tage ihren Eid brechen! Und so war die ganze Geschichte aus. Nun legt euch schlafen, Brüder, sprach der Doktor; — auch wir wollen sogleich fortgehen. Da haben Sie nun auch Poimaniki kennen gelernt-fuhr er fort, zu mir sich wendend. Wie kamen sie aber zu unserm Alten? . Sehr einfach, entgegnete der Doktor. Sie dienten zufällig, hier, der Alte sah sie oft, erfuhr ihre Geschichte und aus Mitgefühl stand er ihnen nach Kräften bei. Die Behörde tvar ihm zugethan; er lud bald den einen, bald den andern, bald alle an Festtagen zu sich. Auch Geld vertheilte er bisweilen unter sie; ihr wisst, daß er am Gelde keinen Mangel litt. Und folglich war er für sie ein Vater in vielen Beziehungen. Als er krank wurde, kamen sie herbei und trugen Sorge für ihn, wie eigene Söhne. Er bat, daß man ihn nicht ins Militär-Krankenhaus bringen möge. Der Oberst beachtete feine Bitte; er schickte sogar den Militärarzt und besuchte ihn zwei Mal. Er lobte die jungen Leute, daß sie den alten Kameraden nicht verließen und ihr Eifer ward dadurch verdoppelt. So war es schon bei meiner Ankunft, und so fuhren sie fort sich zu verhalten, seitdem ich herkam und die Stelle des Militärarztes übernahm. Der Alte wendete während unserer Unterredung das Gesicht zur Wand hin. Wir können fortgehen, sprach der Doktor, einige Mal nach dem Kranken hinblickend und dessen Odem belauschend. Er. schläft. Kommt nach meiner Wohnung, sie ist nicht ferne. Auch uns ist Schlaf nöthig. — Wir gingen.

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