Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1860
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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53 -mehr oder weniger — sie wird mit ^dem mach seiner Art fertig. — Ich schwieg. Unwillkührlich flössen Thränen über meine Wangen. Nun, mit mir hat sie ihre Rechnung abgeschlossen, fuhr der Greis fort. Es ist aus.... Ich habe meine ganze Schuld bezahlt, sie hat nur -das Verzeichniß zu bringen und zu unterschreiben: Getilgt und bezahlt. Lieber Freund, wir scheiden noch nicht; wir leben noch mit einander, unterbrach ich ihn, selbst nicht glaubend, was ich sagte. Er lächelte wehmüthig. Nein, täuscht euch nicht, sprach er. Wozu auch? Wozu soll ich leben? Für mich wäre es eine Grausamkeit, ich glaube an die unendliche Gnade des Himmels. Sie darf genug haben, an dem, was ich erduldete. Meine letzte Hoffnung, oder richtiger, der letzte Schimmer von Hoffnung ist verschwunden. Ihr wisst wohl schon.... Was bleibt mir jetzt noch übrig in dieser leeren Welt? Es ist Zeit zum Grabe. Die alten Gebeine flehen um Ruhe. Traurig verbrachte ich jenen ganzen Abend im Zimmer des Kranken. Er sprach mit Mühe, aber doch fest und ruhig, vom künftigen Leben, das ewig und nicht mit zeitlichen Verlusten und eiteln Wünschen verknüpft fei. Er starb wie ein Gerechter, wie ein wahrer Weiser, mit tiefem Glauben an Gottes Güte und mit der Treue eines nie wankenden Knechtes, eines ergebenen Sohnes. Mit dem aus der Apotheke zurückkehrenden Soldaten kamen noch zwei junge Soldaten, so daß ihrer jetzt vier in der Stube waren. Von Neuangekommenen zog Einer durch seinen ritterlichen Wuchs und seine lebhafte Bewegung meine Aufmerksamkeit auf sich; der andere war sehr klein und dem Ansehn nach schwächlich. Die andern beiden, welche ich schon porher gesehen hatte, sahen einander sowohl an Gestalt wie an Gesicht fo ähnlich wie Zwillingsbrüder, was sie, wie ich nach-