Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1860
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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32 daß der Jude niemals befördert wird. Allerdings giebt es auch hierbei Ausnahmen, aber ich spreche vom Allgemeinen. Vergesset nicht, daß dies bei Erwachsenen vorkommt, welche für sich handeln, auch wohl bei Vorgesetzten klagen können. Aber was soll ein Kind ansangen, kaum aus den Windeln schon in fremdem Lande, unter rohen und grausamen Menschen, die seine Religion, seinen Namen-hassen, -- unter Leuten, die sogar mit den Ihrigen nicht besser umgehen, und deren Sprache es nicht versteht? Wie ein Schwein wird es vom Krieges-Colonisten gefüttert und muß Stöße und Schläge aushalten, wenn es nicht das Glück hat, frühzeitig in's Grab gesenkt zu werden. Nein! der Dienst selbst ist eine Sache für sich: der, dem man befiehlt, muß dienen, aber bedauern muß man, daß die Behandlung nicht überall erträglich ist, besonders seitens der niedern Beamten. Der Höchste ist überall menschenfreundlich, und achtet in Jedem Gottes Ebenbild, aber bis zum Höchsten hin ist weit, und der Niedere hat überall die Vorhand...... Uebrigens, brechen wir davon ab. Ich komme zu meiner Geschichte. Wir schlugen uns herum, wie der Fisch mit dem Eise. Bei uns hob man schon Einäugige, Zahnlose und über die Jahre Vorgerückte aus; aber was kostete uns nicht jede Ablieferung! was kosteten nicht die Aerzte, die Empfänger, die Regierungs-Prokuratoren, -^-schrecklich! Und doch war alles dies noch wenig: bis zur vollen Zahl reichte Alles immer nicht aus, noch nicht die größere Hälfte war zu decken, die Rekruten-Rückstände vergrößerten sich stufenweise und stiegen auf einige Hundert, ich weiß nicht genau, und ein Schrecken war es nachzurechnen. Aus die Vorschriften des Guberniums hörten wir endlich auch zu antworten auf. Es war unmöglich sie auszuführen, aber uns unvermögend zu zeigen, hieß eben so viel als mit Erbsen gegen eine Mauer schießen. Auch die Behörden schwiegen. Alles blieb einige Zeit still, aber wie eine Windstille, wenn ein Ungewitter sich über unsere Häupter.