Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
- Issue
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 154)
- Language
- German
- Belongs to
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144 tat, Herz־ und Lungenkrankheiten, auch zumal geistige Abstumpfung und Abnahme der Geisteskräfte herbeiführen. Hüte man sich also vor Übertreibungen und zur Haupt- Sache zu machen, was nur Nebensache zu sein hat und trachte man vor allem darnach, unseren Kindern die innere Reinheit zu erhalten. Man glaube nur nicht, alles werde von selbst gut gehen. Der Einfluss eines Jesaia, eines Chiskija und einer Chefzi-woh genügte trotz aller Arbeit nicht, die böse Natur der beiden Kinder des Königspaares zu ändern (\ברכות). Wie möchte man da wohl glauben, dass man ohne Arbeit auskommen könnte? Wohl sind die Triebe unaustilgbare Naturanlagen, aber in weitaus den meisten Fällen gelingt es durch Vernunft und Sittengesetz — נמשלה תורד. לסם החיים — den bösen Trieb zu unterjochen und den Charakter unserer Kinder zum Guten zu beeinflussen. Vater und Mutter haben vereint eine Arbeit zu leisten. Wo das Vaterauge versagt, da blickt das scharfe Mutteräuge tief in die Seele des Kindes. Kein Kinderherz widersteht dauernd der Mutterliebe, der an Stärke, Reinheit und Innigkeit keine andre Liebe gleicht. Man glaube jedoch nicht, dass es sich um eine schwere Arbeit handelt, und wo an den Kindern zu viel erzogen wird, erkennt man selten schöne Resultate. ״Frau Amrains Erziehung beruhte mehr im Charakter der Frau Amrain als in einem vorbedachten oder gar angelesenem System.“ (Die Leute von Seldwyla von Gottfried Keller.) Wir kommen also hier am Schlüsse unserer Betrachtung darauf zurück, dass die wichtigste Forderung ist: ein gutes Beispiel zu geben. Das Beispiel der Eltern ist von höchster