Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
- Issue
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 140)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3135693-3135702--1564-3137291- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
130 Als der Weltkrieg im Jahre 1914 ausbrach, lenkte sich bald die Aufmerksamkeit vieler Kreise auf diese Angaben. Die seitdem sich vollziehenden Ereignisse haben diese Aufmerksamkeit noch gesteigert. Es sei im Zusammenhänge hiermit erwähnt, dass Ibn Jach ja bereits vor 400 Jahren in seinem Kommentar zum Danielbuche darauf hinwies, dass über „diese verschlossenen Dinge“ nur Annäherndes gesagt werden kann, und dass er — von ganz anderen Gesichtspunkten als von denen sonstiger Erklärer ausgehend — berechnete, dass „das Ende“, wovon Daniel spricht, ums Jahr 5691 erreicht sein könnte. Sollte wirklich das Ende sich in unserer jetzigen Zeit vorbereiten und vollziehen? Wer vermag sich dieses Heil zu vergegenwärtigen? Aber wer schaudert nicht auch bei dem Gedanken, dass, weil vielleicht unser Volk nie so erlösungsbedürftig war wie jetzt, das Ende kommen müsste, ohne dass jedoch unser Volk erlösungsreif geworden wäre. Was das heissen würde, hat Saadja in seinem Werke mjm jTDIöK in anschaulicher Weise ungefähr folgendermassen ausgedrückt: „Wir wissen; dass, wenn wir nicht vollständig zur Thauro zurückkehren, wir bis zum letzten Ende auszuharren haben. Aber wenn das letzte Ende herannaht, bevor wir die völlige Rückkehr vollzogen haben, so wäre es töricht, zu meinen, dass wir schuldbeladen des Erlösungsglückes teilhaftig werden könnten, da wir doch wegen unserer Schuldenlast gerade ins Unglück geraten sind. In solchem Falle, so überlieferten es unsere Weisen, müssten wir von derart fürchterlichen Leiden heimgesucht werden, dass wir die völlige Rückkehr zur Thauro erwählen würden, um von diesen Qualen befreit werden zu können.“ Wer verhüllt nicht das Antlitz bei dem Gedanken,