Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
- Issue
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 104)
- Language
- German
- Belongs to
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98 durchtränktes Lager die Schakale. Der gelbe Tod ging unter ihnen um und hieb sie nieder, wie der Holzfäller die Bäume. — Doch in Chadera wurde er besiegt. Der Eukalyptus hat die giftigen Sümpfe ausgetrocknet, die Luft geheilt und sie gesund gemacht. Anders war es aber am See Merom und in seinen Tälern. Im fernsten Norden des Landes gelegen, weit ab von den Ufern des Meeres, waren hieher noch wenig die Samenkörner der Niederlassung verpflanzt worden. Es war deswegen noch nicht viel für die Gesundung des Landes getan worden. Und überhaupt konnte man sich leichter gegen die giftigen Sümpfe helfen, als gegen den ganz von gelber Malaria durchseuchten Merom-See. Still starben hier die Bauern, sie ackerten und starben, ackerten und starben. Als Marwejew sich schon eingerichtet hatte, und seine neuen Felder sich mit wachsendem Getreide bedeckten, fiel das erste Opfer. Einer seiner Söhne, ein junger, ragender Bauer, bekam das Fieber und starb. Ein junger Baum. . . . Matwejew biss die Lippen aufeinander und weinte nicht, als er seinen blühenden Sohn, ein junges Blut, strotzend von Kraft, nun tot vor sich daliegen sah; auch die Alte, sein Weib, erstickte die Tränen und weinte nicht, und auch die beiden Brüder schauten nur mit weitaufgerissenen Augen hin und schwiegen. Möglich, dass diese naiven, halbzivilisierten russischen Seelen — Enkel der Raskolniki — sich vorstellten, dass die unbekannte jüdische Erde von ihnen, den Neuen, Übergetretenen, Opfer verlange. Weiss doch Matwejew aus den heiligen Büchern Mose, in denen er immer liest (in russischer Übersetzung), dass im Lande Kanaan auch Erzvater Abraham den Isaak zur Opferung brachte und dadurch *