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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1921-01-01 · 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921) · p. Seite 90

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
Issue
6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 90 (sequence 94)
Language
German
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90 Leichtes Pferdegetrappel. Durch die Bäume hindurch sieht man von den weisslichen Feldern einen kleinen Reiterhaufen einherstieben. Jetzt sind sie da. Die Pferde werfen stolz wiehernd die Mähne zurück, stampfen mit den Hufen den Boden. Junge, schlanke Wächter, in schwarzwallende arabische Mäntel und Kopftücher gehüllt, springen ab. Sie lachen sanft der Jugend zu, die sie umringt. Die Pferde werden an die Bäume geführt und festgebunden. Im Wäldchen wird’s jetzt lebendig. Pärchenweise strömt’s auseinander. Mädchen und Burschen spazieren umher. Manche pflücken die wilden Blumen, die rot an der Quelle stehn. Sie pflücken ganze Garben zusammen, die sie in den Armen tragen. Die erhitzten Gesichter der Mädchen schauen frisch zwischen den duftigen Blumensträussen hervor. Andere laufen barfuss auf dem Gras umher oder setzen sich zu einem Grüppchen junger Burschen unter dem Blätter dach eines Feigenbaums und singen ein Lied. Die jüdische Jugend der Kolonie ist fröhlich an diesem kleinen Fest. Plötzlich löst sich aus dem Gewimmel ein Reigen. Mädchen und Burschen halten sich an den Händen gefasst und drehen sich in langsamem Rundtanz. Der Kreis wird immer grösser. Die Jugend, die am Quell sitzt, klatscht nach arabischer Art mit den Händen im Rhythmus dazu. Ein monotoner orientalischer Gesang erschallt auf einmal aus aller Mund, ein schläfrig-sehnsüchtiger Traum in diesem heissen, weissen Morgenlande. Jah chaj li li ha amäli. ... Wer das erste Mal nach Erez-Israel kommt und diese Feste sieht, dem füllt stolze Freude das Herz. Im alten Lande der Väter — wie frisch und sonnig ersteht da das junge Geschlecht! Auf den öden, seit Jahrtausen-

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