Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
- Issue
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 84)
- Language
- German
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80 den Kolonien einen starken Einfluss gewonnen. Mit aufmunternden und mahnenden Worten wendet er sich, im Bewusstsein seiner Verantwortlichkeit, in offenen Briefen, die einen feierlichen Geist der Würde und Grösse atmen, an „seine jungen Brüder, die sich auf heiligem Boden ansiedeln“, und wagt es auch, zur rechten Zeit, ein scharfes Wort des Tadels zu sprechen. Ein Kreis jüdischer Intellektueller in der Nähe und Ferne sammelte sich um ihn und begründete im Jahre 5673 eine hebräische Zeitschrift, deren Titel, „Tarbuth Jisreelis“ (Jüdische Kultur), schon ein Wagnis und eine Tat bedeutete. Dann verliess im Monat Tamus 5674 R. Kook zum erstenmal wieder das heilige Land, um an der konstituierenden Versammlung der Agudas Isroel, welche im Elul 5674 in Frankfurt a. M. abgehalten werden sollte, teilzunehmen. Er, der als „Diener des heiligen Werkes auf heiligem Boden“, schon lange Zeit zuvor, das Erez Jisroel-Ideal in die Herzen der Zeitgenossen zu pflanzen bestrebt war, hatte es doppelt begrüsst, dass, nun endlich, auch die thoratreuen Kreise sich zur Lösung jüdischer Gesamtheitsaufgaben, als deren wesentlichste und wichtigste er die Erez Jisroel-Arbeit erblickte, zusammenzuschliessen im Begriffe waren und, obwohl er nur mit grossem Widerstreben das heilige Land verliess, hatte er seine Teilnahme an der geplanten Konferenz und die Übernahme des Palästinareferates zugesagt. Da wurde er einige Wochen vor Abhaltung der geplanten Konferenz in Deutschland vom Weltkrieg überrascht. Eine Heimkehr nach Jaffa war nicht mehr möglich und R. Kook entschloss sich daher, in der Schweiz die Entwicklung der Dinge abzuwarten. Er verbrachte zunächst einige Wochen in Zürich und siedelte alsdann nach St. Gallen über, wo es ihm gelang, die dort vorhandenen ost-