Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
- Issue
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3135693-3135702--1447-3137174- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
23 Die Frage des Dispenses von manuellen Arbeiten am Sabbath und an den jüdischen Festtagen welche Sekundarlehrer Höhn im Zürcher Kantonsrat im Vorjahre zur Sprache gebracht hat, ist noch nicht zur Ruhe gekommen, trotzdem der Vertreter des Regierungsrats in entschiedener Weise sich der gerechten jüdischen Sache angenommen hat. Gemäss dem Vorschlag der zur Prüfung der Motion eingesetzten Kommission, soll von dem jetzigen Modus nur dann abgegangen werden, wenn Schulordnung und Schulführung dadurch beeinträchtigt werden. Als besonders erfreulich darf hervorgehoben werden, dass bei der Revision des Sonntagsruhegesetzes in den Kantonen Basel-Stadt und Aargau dem Wunsch der jüdischen Firmen, welche am Sabbath geschlossen sind, am Sonntag wenigstens während einiger Stunden die Angestellten mit Bureauarbeiten beschäftigen zu dürfen, entsprochen wurde. In Basel ist das Gesetz in der Volksabstimmung allerdings verworfen worden, aber es darf gehofft werden, dass die erwähnte Vergünstigung auch in der neuen Fassung Aufnahme finden wird. Unter den Neugründungen des vergangenen Jahres verdient die Liga der jüdischen Frauen zur Verteidigung der Ehre der jüdischen Frau und zum Schutze des jüdischen Kindes (mit Sitz in Genf) Erwähnung. Diese Liga hat in einer Eingabe an den Völkerbund und an alle Frauenorganisationen Dokumente über die trostlose Lage der jüdischen Frauen und Kinder im Osten versandt. Sodann ist der in Zürich begründete Verband der Juden in der Schweiz zu nennen, der sich vor allem die Organisation und Zentralisation aller mit der Emigration zusammenhängenden Massnahmen zur Aufgabe gesetzt hat, eine im Hinblick auf den stark anwachsenden Auswanderungsstrom aus dem Osten eminent