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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1921-01-01 · 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921) · p. Seite 20

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
Issue
6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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20 verwaisten Kinder, verhallt wie eine Stimme in der Wüste. Die grausamsten mittelalterlichen Judenverfolgungen sind durch die Judengemetzel und Massenmorde unserer Tage in den Schatten gestellt worden. Und die in einem Völkerbund geeinten Nationen der Erde gebieten dem Entsetzen keinen Einhalt, erheben kaum ihre Stimme, um den Unglücklichen ein Trosteswort zuzurufen . . . Das Gewissen der zivilierten Menschheit schweigt! Die Wogen des Judenhasses haben das bisher judenfreundliche Ungarn überflutet und in Deutschland steht der Antisemitismus wieder in voller Blüte. Eine antisemitische Hetze sucht mit allen möglichen Verleumdungen und Fälschungen das Volk zu vergiften. Man denke nur an die Veröffentlichung und Verbreitung der „Geheimnisse der Weisen von Zion“, welche als frecher und plumper Schwindel entlarvt werden konnten. Aber was nützt alle aufklärende Tätigkeit, was nützt es, wenn jetzt die „Times“ sogar die Hauptquelle dieser unsinnigen Fälschung entdeckt hat? Unbekümmert um Wahrheit und Recht betreiben die Judenhasser ihre das Volk vergiftende Tätigkeit. Dem aufmerksamen Beobachter des öffentlichen Lebens in der Schweiz kann nicht entgangen sein, dass die antisemitischen Wellen auch an den Grenzen der Schweiz nicht Halt gemacht haben. Eine Propaganda gegen alles Jüdische beginnt immer deutlicher, neuerdings auch in führenden Tageszeitungen, hervorzutreten. Eine antijüdische Gesinnung zeigt vor allem die Regelung der Aufnahme ins Bürgerrecht in Zürich. Die Weisung des Kleinen Stadtrates hatte in Vorschlag gebracht, dass Ostjuden nach 15-jährigem Aufenthalt ein-

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