Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 256)
- Language
- German
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Jakobs Traum.*) JAAKOB Leise beginnend. Herr! Was Dein Wille mir auch auf erlege. . . . Wie Krone will ich’s tragen — nicht wie Joch! Hast Du mein Blut erwählt zur Feuerfackel, Die ob den Wegen aller Völker flammt . . . Lass Deiner heiligen Wahl — Herr — nie vergessen, Was fern und spät noch meinem Blut entstammt! — Doch wenn sie es vergessen — müde sinken Am Weg — lass sie in Kleinmut nicht vergehen, Stark. Herr — rufe, rufe, — und aus meinem Blute Wird immer wieder einer dann erstehen, Anfachen das, was — Herr — von Dir entzündet — Heilige Glut — noch unter Trümmern schwält, Und ihnen sagen — Mit geballten Brauen, gebietend und drohend. sagen — sagen . . . *) Anmerkung der Redaktion: „Die Historie von König David“ von Richard Beer-Hofmann ist der Titel, den ein Zyklus von drei Stücken („Der junge David“ — „König David“ — „Davids Tod“) führt, die Davids Leben darstellen. Als Vorspiel zu ihnen ist „Jakobs Traum“ — die Auserwählung Jakobs, des Ahnherrn Davids — gedacht. Er ist Ende 1919 im Verlag von S. Fischer in Berlin erschienen und hat in literarischen Kreisen bedeutendes Aufsehen erregt. Durch Abdruck der am Schluss von Jakob gesprochenen Worte wollen wir unsere Leser zur Lektüre dieser überaus starken, von altbiblisch religiösem Geiste durchwehten Dichtung anregen. Idnibaal ist der phönikische Sklave, der Jakob auf seiner Wanderung begleitet.