Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 254)
- Language
- German
- Belongs to
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Das wiedergefundene Geld. Zur Zeit des Königs Salomo zogen drei jüdische Kaufleute aus, um Waren einzukaufen. Unterwegs kamen sie in einen grossen Wald, der gar kein Ende nehmen wollte, und da es Nacht geworden war, verirrte sich der eine von ihnen, so dass er allein den Weg fortsetzen musste. Er fürchtete sich aber, weil er viel Geld bei sich hatte; und da er niemand kannte, dem er es hätte anvertrauen können, so beschloss er es zu vergraben, bis er seine Reisegefährten gefunden haben würde. So ging er auf ein Feld, fand dort ein grosses Loch und vergrub darin das Geld. Vorher hatte er sich sorgfältig nach allen Seiten umgesehen und sich überzeugt, dass er keine Augenzeugen hatte. Aber der Eigentümer des Feldes hatte es doch gesehen, grub das Geld aus und nahm es mit sich. Als nun der Kaufmann nach einigen Tagen sein Geld holen wollte, fand er es nicht mehr. Da begann er zu schreien und zu jammern: Ich armer Mann, was soll ich nun beginnen? Ich hatte doch niemand gesehen, und doch ist mir mein Geld gestohlen worden. In seiner Verzweiflung begab er sich zum König Salomo und klagte ihm sein Leid. Der König sprach: „Mein Sohn, zuvörderst geh hin und erfrage, wem das Feld gehört, auf welchem du dein Geld vergraben hattest. Dann gehst du zum Eigentümer des Feldes und sprichst zu ihm: „Lieber Freund,