Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 229)
- Language
- German
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Einst und jetzt. Was gewesen, das wird sein, und was geschehen ist, das wird geschehen, und es gibt nichts Neues unter der Sonne. Prediger I, 9. Es wäre verfrüht, heute ein abschliessendes Urteil über die Wirkungen des Weltkrieges auf das jüdische Volk abgeben zu wollen, denn die Ereignisse sind noch zu sehr im Fluss. Es darf aber jetzt schon gesagt werden, dass der Weltkrieg ausser dem vielen Unglück, das er über uns brachte, doch auch gute Früchte getragen hat, die uns zu verheissungsvollen Hoffnungen berechtigen. Wir denken hierbei natürlich in erster Linie an die neuen Entwicklungsmöglichkeiten, die für Erez Iisroel entstanden sind. Die Idee der jüdischen Heimstätte in Palästina hat ungeheure Fortschritte gemacht, und wenn einst der Geschichtsforscher die Ergebnisse des Weltkrieges auf zählen wird, so mag er an vielem, was uns heute wichtig erscheint, mit Stillschweigen vorüber gehen, aber die Pläne betreffend die Besiedlung von Erez Iisroel, sowie deren weittragende Folgen werden ihm vielleicht als die wichtigsten Resultate des Weltkrieges erscheinen. Eine ganz ungeahnte Entwicklung haben die Ereignisse genommen, und was man vor wenigen Jahren noch mit dem besten Gewissen als Utopie zu verspotten sich berechtigt fühlte, ist heute Wirklichkeit geworden: Der türkische Sultan besitzt keine Rechte mehr in Palästina, ein gläubiger Jude verwaltet als Oberkommissär einer