Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 203)
- Language
- German
- Belongs to
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197 zu schaffen. Die schweizerische Judenheit hätte allen Grund gehabt, dieser Ausstellung mit grösserem Interesse zu begegnen. Der Erfolg, sowohl was Besuch als Verkauf anbetrifft, war leider nicht befriedigend. Die Geldmittel zu einer bedeutenden äusseren Aufmachung standen dem Vereine nicht zur Verfügung. Wieviel dies auch zum geringen Erfolg beigetragen haben mag, die Hauptschuld liegt zweifellos an dem noch zu geringen Verständnis des jüdischen Publikums auch für die nationale Bedeutung solcher Ausstellungen. Und hier liegt offenbar die schwächste Seite aller unserer künstlerischen Untersuchungen. Die produktiven Kräfte sind reichlich vorhanden. Nur müssten alle Gutgesinnten sich bemühen, ihnen, also dem Verein, den Mut zu weiteren Unternehmungen durch tatkräftige Mithilfe zu stärken. Und noch eins: Schon diese eine Ausstellung hat in den verschiedensten jüdischen Zeitungen Europas, Amerikas und Palästinas einen Widerhall gefunden und wird durch ihr Beispiel, schon durch die blosse Tatsache, auch in anderen Ländern zu jüdischem Zusammenschluss und gemeinsamer Arbeit führen. Noch immer ist die Schweiz eine Art Zentrum für die gespaltene Welt. Von hier aus breiten sich noch immer am ungehindertsten die Wirkungen nach Ost und West aus. Die schweizerische Judenheit hat eine grosse Gelegenheit und eine grosse Verantwortung. Wir alle hier müssen uns der Zeit würdig erweisen und jeder in seiner Weise am Werke der jüdischen Kultur und besonders der ganz vernachlässigten jüdischen Kunst nach Kräften teilnehmen. Der „Haruach“ plant für die nächste Zeit weitere künstlerische Unternehmungen. Möge er die Förderung seitens der jüdischen Öffentlichkeit der Schweiz in reicherem Masse als bisher finden. Zürich. Dr. A. Suhl.