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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 193

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 193 (sequence 199)
Language
German
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IRI
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193 geworden ist, die aus den Abweichungen und Nuancen der Schrift den Charakter des Menschen, ja sogar seine Erlebnisse, bestimmen will, so liegt darin ein tief bedeutsamer Hinweis auf die Eigenart dieser menschlichmanuellen Tätigkeit. Sie wäre, vom Standpunkte dieser Wissenschaft, nicht nur ein Mittel und Vehikel zur Produktion, zur beherrschenden Umformung der Welt, sie wäre an sich die Reproduktion des eigenen Selbstes, der körperlich sichtbare Niederschlag der Eigenschaften, Fähigkeiten und inneren Kräfte eines einzelnen Menschen, die das Leben ihm verliehen, oder die er sich in ihm erkämpft hat. Sowohl in den primitiven als auch in den im Fortschritt der Kultur entstandenen verzweigteren und kompliziertesten Formen kennzeichnet sich das Schreiben als eine überaus charakteristische Art einer menschlichen Werktätigkeit, die durch kunstfertige Ausführung einer Idee menschliche Zwecke zu erreichen strebt, wie sie gerade das Schabbosgesetz verbieten will. Die dem Menschen seine Stellung zu Gott und Welt anweisende, sein Tun und Schaffen adelnde Sabbat-Idee findet im Schreibverbot einen eklatanten Ausdruck. Nicht nur als treue, gehorsame Befolger dieses Gottesgesetzes, auch als bewusste Träger der hehren Sabbat-Idee werden wir Juden dieses Verbot würdigen, für seine Heilighaltung alle unsere Kräfte einsetzen und dieselbe unter gar keinen Umständen preisgeben. Zürich. J. Strom. 13

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