Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 151)
- Language
- German
- Belongs to
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147 Streuung des jüdischen Volkes: ♦ .. ואמרתי לו :שמעתי בת קול שמנהמת כיונה ואומרת: או לבנים שבעונותיהם החרבתי את ביתי ושרפתי את היכלי והגליתים לבץ האומות. ואמר לי: חייך וחיי ראשי לא שעה וו בלבד אומרת כך אלא בכל יום ויום שלש פעמים אומרת בך... (Berachot 3 a.) Elia Hanowi ist eine der lebendigsten und beliebtesten Volksgestalten. Auch ist er entscheidenster und oberster Richter seines Volkes. Kein Rätsel und Zweifel bleibt ihm ungelöst. Alle streitigen und zweifeihaften Rechtsfälle im Talmud werden Elia zur endgültigen Entscheidung vorgelegt:;יהא מונח עד שיבא אליה לא יגע בהן עד שיבוא אליה. (Baba Mezia 20, 29.) Die in der talmudischen Diskussion als streitig hingestellt und mit “תיקו,, beantwortete Halachaanfrage wird als Anfangsbuchstaben von תשבי יתרץ קושיות ואבעיות gedeutet. Elia kommt und wird alles Zweifelhafte, Streitige und Rätselhafte lösen. Elia ist ein oft gesehener Gast im jüdischen Hause. Er bringt ihm Leben, Segen und Frieden. An der Bris- Miloh nimmt er seinen Platz auf dem für ihn errichteten ״Eliastuhl“ ein. Elia ist ein Mann des Volkes und ist überall zu finden. In Bet- und Lernhause, in der bescheidenen Hütte der Armen wie an der prunkvollen Fürstentafel. Er tröstet die Trauernden, schützt die Verlassenen und hilft den Bedürftigen. Wenn an den Sederabenden der weingefüllte ״Eliabecher“ auf den Sedertisch gestellt, die Türe geöffnet und das ״Schfoch“ angestimmt wird, da erscheint unser alter, treuer Freund Elia. Liebe spricht von seinen Augen, Treue von seinem Prophetenantlitze. Der gute Elia lächelt mit väterlichen heiteren Blicken; er winkt und jubelt uns zu, als ob er sagte: ״Nahe, nahe ist die Erlösung. . .“ Elia verkehrt nicht nur mit Erwachsenen und ״Alten“. Er besucht auch die Kinderstube und ist ein ausgezeichneter Freund der Kleinen. Wenn der Rabbi im Cheder seinen Schülern an kalten, trüben Wintertagen die Minchapause gewährt,