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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 138

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 138 (sequence 140)
Language
German
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138 weiten Kreise der europäischen Gesellschaft und begeisterten viele Söhne des in aller Welt zerstreuten Volkes.1) Unter den vielen Freunden der Rückkehr der Juden in ihr Land nimmt Johannes Heinrich Dunant, der Gründer der „ Internationalen Gesellschaft des Roten Kreuzes“, die hervorragendste Stelle ein. Am 8. Mai 1821 in Genf geboren, war der junge Dunant schon früh für die Werke der Nächstenliebe beseelt. Sein Streben ging dahin, den Leidenden zu helfen. So veröffentlicht er im Jahre 1858 ein Buch gegen die Sklaverei in den Vereinigten Staaten. In der Schlacht zwischen Italien und Österreich bei Solferino sah er die traurigen Folgen der Kriegführung. Die Leiden der Verwundeten und Verstümmelten, denen nur dürftig, oft gar nicht geholfen wurde, spornen ihn an, für die Linderung ihrer Schmerzen und Besserung der Behandlung einzutreten. Er ruht nicht, bis es ihm gelingt, mit Hilfe von Gleichgesinnten die „Gesellschaft des Roten Kreuzes“ ins Leben zu rufen. Es ist erklärlich, dass Dunant bei seiner Gesinnung auf die Leiden des jüdischen Volkes aufmerksam werden musste und dass er nach einem Heilmittel gegen dieselben suchte. Im Gegensätze zu vielen jüdischen,, Helfern“, die das Glück ihres Volkes im Untergange seiner nationalen Eigenart erblickten, fand er es in der Besiedlung Palästinas mit Juden, was mit der Pflege des Judentums im eigenen Lande gleichbedeutend ist. Dunant nimmt sich vor, ernste Schritte in dieser Richtung zu unternehmen. Er hofft zunächst, mit Hilfe von regierenden Fürsten seinen Plan ausführen zu können. Er wendet sich daher an Napoleon III. Im Jahre 1897 schrieb er darüber: „Napoleon III wusste meine Ideen zu würdigen, unglücklicherweise scheiterten meine Bemühungen an *) Vgl. Dr. S. Bernstein: Der Zionismus. Kopenhagen 1919.

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