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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 87

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 87 (sequence 88)
Language
German
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87 länger schweigen, ohne dass es Sünde in meinen eigenen Augen sein müsste! Von der Not getrieben, vom Elend verfolgt, greifen die Massen unserer Brüder zum Wanderstabe. Wo sollen sie hin, die Hunderttausende, die sich j aus dem Unglück zu retten vermeinen?! Wehe, wenn die Massenemigration, die vor der Tür steht und zurzeit nur gewaltsam zurückgehalten wird, planlos vor sich geht und blinde Leidenschaft heillose Verwirrung anrichtet! Können wir ruhig unser Brot essen und es vor unserem Schöpfer verantworten, zuzuschauen, wie unsere Brüder wirtschaftlich und geistig zugrunde gehen, statt dass wir ihnen die wirtschaftliche und ethisch-religiöse Zukunft möglichst sichern?! Was also schnellstens not tut, ist klar: Die Vertreter aller Richtungen haben, frei von jeder politischen Einseitigkeit und jeder kleinlichen Voreingenommenheit, sich nach aussen hin zu einem Ganzen zu organisieren: Nachdem diese Gesamtorganisation des Judentums die Emigration in die rechten Wege geleitet, was wahrlich keine leichte Aufgabe ist, wird sich für sie als nächste Aufgabe ergeben, Erez Isroel zum Zentrum der jüdischen Kultur zu machen. Vielleicht lässt sich gar ein Modus I finden, wie wir alle, auch wenn wir vorläufig aus praktisch-wirtschaftlichen Gründen noch nicht in Palästina wohnen können, dennoch zu Palästina gehören und dass das Land zu jeder Zeit auf uns zu rechnen vermag. Es lässt sich hier nicht festlegen, wie viele Arten von ver- { schiedenen Verbindungen es gibt, die solche Gesamt- J Organisation mit dem Mutterlande Palästina anregen | könnte. | Jedes Jahr werden wir mit einer gesetzlich zu- I lässigen Immigration von 30000 Juden nach Palästina 1 rechnen können. Dies ist eine recht beschränkte Anzahl, 1 und somit wird die Judenheit der Diaspora Wirtschaft- 1 lieh wohl noch lange an die Länder des Goluth gebunden

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