Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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58 ziehen über den Himmel . . . Ihr! wer weiss etwas! über Jerusalem, wenn nicht ich der ich der Hirten einer | war vor dem Tore der Schafe. Noch hängen meine Lieder | in den Zypressen und meine Rufe liegen im Tale Schi-I loach, die ich hinabwarf vom goldenen Tor, als der Opfer-1 rauch in steilen Schwaden zum Himmel stiess, und mein| Blut klebt an den Steinen, die im Boden verschüttet! sind. Kreuzrittern höhnte ich dann mit den Mameluken! und den Gottfrieden lachte ich ihr Ende ins Gesicht. J Alles tot. Ich aber lebe und Jerusalem lebt. Und Jerusalem wird sein nach dem Ende der Welt. | Spei deine Lüge in den Strassenstaub, lügnerische 1 Geschichte, unwahr ist deine Meldung! Jerusalem ist \ nicht gefallen, wenn auch fremde Steuereintreiber im J Lande sitzen und römische Kohorten oder britannische J Divisionen oder des Sultans Bakschischsoldaten. Kein l Fremder kann je Jerusalem besitzen. Aus seinen Toren j zog noch jedesmal der Sieger, geschlagen, zerbrochen f und verhöhnt von Denen, die warten können, länger | als je ein Mensch vor ihnen. | 1 Die Nachricht, die mir ein Zeitungsverkäufer ins f Gesicht schrie, schmerzte mich einen Augenblick lang, | ich leugne es nicht, mehr als der Tod eines Lieben. Nun | aber lache ich über diesen Triumph der Waffen, denn \ ich weiss, dass nur meine Waffen ewig sind, weil ich | ewig bin und ewig mein Blut. | Eugen Hoeflich. Aus „Feuer im Osten“ E. P. Tal & Go., Verlag, Zürich, j