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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 46

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 46 (sequence 45)
Language
German
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46 hingewandt, um Rückkehr nach Erez Jisroel, nach dem Lande unserer Vergangenheit, dem Lande unserer Zukunft. Eine tiefsinnige Deutung finden wir bei einem unserer grossen Erklärer. Abraham hat zu Gott gesprochen: ״ במה אדע כי אירשנהWoran soll ich erkennen, dass ich das Land für immer besitzen werde?“1) Da antwortete ihm Gott: ״ ידע תדע כי גר יהי׳ זרעך בארץ לא להםWissen,? wissen sollst du, dass sich deine Nachkommen fremd fühlen werden in jedem Lande, das nicht ihnen gehört.“2) Dieses Wort ist zur Wahrheit geworden. In dem Herzen jedes Juden lebt die Sehnsucht nach Erez Jisroel. Unzerstörbar ist ihm die Liebe zum heiligen Lande eingeprägt. Viermal im Jahre fasten wir in der Erinnerung an die Zerstörung unseres Heiligtums, und das Wort לשנה הבאה בירושלים ist der Ausdruck der Gefühle, die in der jüdischen Volksseele herrschen. Ja, diese Hoffnung hat Israel aufrecht erhalten in den schweren Zeiten des Golus. Ein Gleichnis erzählen die Alten. Ein König hatte einst um eine Prinzessin geworben und ihr geschrieben, dass er kommen werde, sie in sein Schloss zu führen. Aber Jahre vergingen und der König löste sein Wort nicht ein. Wie wurde die arme Prinzessin verspottet und verhöhnt! Man schalt sie eine Törin, eine Närrin, die einem Wahn huldige, die sich einbilde, eines Königs Braut zu sein, und die unerfüllbaren Träumen nachsinne. Aber eines Tages erschien der König, um in Pracht und Herrlichkeit die Braut heimzuführen, und vergessen war alles Leid im Überschwang des Glückes. Da nun der König seine Gattin fragte: ״Wie hast du es ausgehalten in den schweren, kummervollen Jahren des Harrens und des Wartens?“ Da antwortete sie: ״Trost und Zuversicht schöpfte ich aus deinem Worte, dem ich!) I Moses 15, 8. 2) I Moses 15, 18.

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