Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 33)
- Language
- German
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34 und von den Patienten, die einstweilen in einem andern J ] Sanatorium untergebraeht waren, bezogen werden. 1] Die Fürsorge, die, wie im Vorjahre, für die Wiener j ] Kinder entfaltet wurde, ist im vergangenen Jahre zu einer I j Hilfsaktion für notleidende jüdische Auslands- 11 kin der ausgedehnt worden. Neben einer Zahl von 500 Wiei ner Kindern ist auch ungarischen, deutschen und zuletzt j auch polnischen Kindern ein Aufenthalt in der Schweiz! ermöglicht worden. Durch die Zuweisung von grösseren Subventionen von Seiten des amerikanischen „Joint j Distribution Committee“ ist es neuerdings möglich ge- \ worden, erholungsbedürftige und kranke Kinder in Heimen 1 und Kurorten für längere Zeit unterzubringen. Auch jü- | dische Studenten und Studentinnen aus Wien, die unter! den wirtschaftlichen Nöten sicher ebenso sehr leiden, wie j die Kinder, hatten, wenn auch leider nur in geringer \ Zahl, gastliche Aufnahme in jüdischen Familien der | Schweiz gefunden. | Doch weitaus grössere Aufgaben sind in jüngster | Zeit an die Schweizer Juden herangetreten. Infolge jj der andauernden Judenverfolgungen im Osten beginnt j bei unsern dortigen Brüdern in den letzten Monaten I wieder eine starke Emigration einzusetzen. Sie suchen | einem Elend zu entrinnen, das zu grauenhaft ist, als 1 dass es mit Worten beschrieben werden könnte. Viele 1 von ihnen haben, von Haus und Hof gejagt, sich in andern I Gebieten des Ostens anzusiedeln gesucht und werden | jetzt weiter getrieben. Nun haben die Unglücklichen | noch die Mühen und Leiden der Wanderung zu ertragen, J bevor sie in den überseeischen Ländern, am Ziel ihrer | Wünsche angelangt sind, wo sie hoffen, ein freies, men- 1 schenwürdiges Dasein fristen zu können. J Auf dem Wege zu den Einschiffungshäfen passieren g diese Unglücklichen Basel. Meist sind es vorerst Frauen | und Kinder, die zu ihren Ehegatten reisen und mit Schiffsf