Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- – (sequence 258)
- Language
- German
- Belongs to
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Die sieben guten Jahre. Das ist eine Geschichte, die sich in Turbin ereignete. Dort gab es einmal einen Träger, der Tojwje hiess und sehr arm war. Es war an einem Donnerstag, auf dem Marktplatze. Tojwje stand da, — die Schösse seines langen Rockes hinter den Strick geklemmt, der ihm als Gürtel diente, — und lugte nach etwas Verdienst aus. Er hatte noch nichts für den Sabbat. Aber wie zum Trotze blieben alle Läden ringsherum leer. Kein Käufer zu sehen, kein Packen nach Hause zu tragen! Betend hob er die Blicke zum Himmel: Dass ihm der Sabbat nur nicht verdorben würde, dass Weib und Kind nur nicht am heiligen Tage hungern müssten! Da fühlte er plötzlich, wie ihn jemand am Rockschosse zupfte. Er wandte sich um und sah einen fremden Mann in Jägertracht vor sich stehen, eine Feder auf dem Hut und grüne Aufschläge auf der Jacke. Und der Mann sprach: „Höre, Tojwje! Es sind dir sieben gute Jahre beschieden, sieben Jahre in Glück und Reichtum. Aber du musst dich entscheiden, wann du sie haben willst. Willst du, so kann dir dein Glück noch heute werden und, ehe die Sonne untergeht, die jetzt über deinem Haupte steht, wirst du genug haben um ganz Turbin samt seiner Umgebung zu kaufen. Doch dann wirst du nach sieben Jahren wieder so arm werden, wie du bisher gewesen 'bist. Du darfst dir aber die sieben guten, gesegneten Jahre auch