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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 235

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 235 (sequence 245)
Language
German
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235 Es war für fünf Personen gedeckt, denn auch ein alter Diener des Hauses, Alonzo, sollte am Seder teilnehmen. Neben jedem Gedecke stand eine Weinflasche und ein silberner Becher; ausser diesen war noch ein grosser, silberner Becher für den Propheten Elijahu bereit gestellt. Wiewohl die Lampe schon Helle genug verbreitete, standen noch vier silberne, mit Wachskerzen besteckte Leuchter bereit, an denen die Hausfrau die Festeslichter anzünden sollte. Während Antonio und Perez das Minchagebet verrichteten, waren auch Donna Maria und Donna Speranza mit dem alten Alonzo eingetreten. Man sprach das Abendgebet. Donna Maria zündete die Lichter an, und dann setzte man sich zur Tafel. In gehobener Stimmung begrüsste man das hohe Fest beim vollen Becher mit dem Kidduschsegen. Dann wusch sich der Hausherr, verteilte das in Salzwasser getunkte Petersilienkraut und begann die Hagadah zu verkünden mit den einleitenden Worten: „Dies ist das Brot des Elends, das unsere Väter in Ägypten gegessen haben.“ Zum zweiten Male wurden die Becher gefüllt. Es sollte nun die Frage gestellt werden: „Wie unterscheidet sich diese Nacht von allen anderen Nächten?“ Aber der Hausherr sprach zuvor: „O, meine Teuren, ich kann die frohe Feier ob der Befreiung unserer Vorfahren aus der Sklaverei Ägyptens nicht eher beginnen, bis ich dem Schmerze um unsere traurige Lage in der Gegenwart Ausdruck gegeben; nicht allein, dass wir öffentlich ein Leben der Heuchelei und der Verstellung führen, dass wir öffentlich der Lüge leben müssen, und um der Wahrheit zu dienen, genötigt sind, uns in die geheimsten Schlupfwinkel zu verkriechen. Wir werden auch verfolgt, gehetzt und misstrauisch bewacht und müssen in steter Angst vor dem schleichenden Verrate zittern. P, dass mein Grossvater von hier fortgezogen

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