Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 123)
- Language
- German
- Belongs to
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121 ist das nicht ein Sinnbild? Machen wir doch unsere Kinder auf die Schattenseiten des Lebens auf merksam. Lehren wir sie, dass unter den Genüssen und den scheinbar unschuldigen Vergnügungen die Schlange der Versuchung und der Verführung lauert. Lehren wir unsere Kinder die Sünde zu scheuen und Gott zu fürchten. Schärfen wir es ihnen ein, dass vor Gott nichts verborgen ist und dass er nichts vergisst, dass er wohl ein Gott der Güte und der Barmherzigkeit ist, dass er aber auch die Missetat straft und die Untreue ahndet und dass jede Schuld sich rächt auf Erden! V. Die Hütte darf nicht mit Gegenständen bedeckt sein, die מקבל טומאה für Unreinheit empfänglich sind. Nach Reinheit müssen wir Juden streben, mehr wie andere Völker. Hat uns doch Gott ein hohes Ideal vorgezeichnet ״ ואתם תחיו לי ממלכת כהנים וגוי קדושihr sollt mir sein ein Reich von Priestern, ein heiliges Volk“. Wir wissen ja auch, dass man uns Juden mit besonders strengem Masstabe misst. Wenn e i n Jude sündigt, so zürnt man der ganzen Gemeinde, und die Fehler des Einzelnen werden der Gesamtheit zur Last gelegt. Ja, noch mehr, Gott und Israel, so lautet ein seltsamer Ausspruch unserer Weisen, sind Zwillinge. Ein grosser Erklärer hat dies Wort so gedeutet: Zwillinge sehen einander ähnlich. So wird nach der Erscheinung Israels unter den Völkern, der Gott der Juden gewertet und beurteilt. Sind wir Juden gewissenhaft, treu und ehrlich, edel und gut, so ist das ein קדוש השם eine Heiligung Gottes, und Gottes Namen wird durch uns gerühmt und zu Ehren gebracht. Gibt es aber jüdische Schieber und Wucherer, so führt das zu einem חילול השם zu einer Entweihung des göttlichen Namens. Dann wird für die Vergehungen Einzelner die