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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 110

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 110 (sequence 112)
Language
German
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110 Denn nicht die Forschung ist dieüauptsache, sondern die Ta t.1) Und durch die Knappheit des Sprechens wird die Weisheit, welche im inneren Ohr vernommen wird, erworben: „die erste Bedingung zur Erlangung der Weisheit ist, wenig zu reden und nach Möglichkeit zu schweigen, nach den Worten des Weisen, ein Zaun für die Weisheit ist die Schweigsamkeit.“2) Denn, wie es im Sehne luchoth habrith heisst, die äussere Rede rührt her von der inneren Rede, und wenn die Rede leer ist, dann ist der Hauch im Hewel Hawolim, Eitelkeit der Eitelkeiten und nicht ein die Höhe emporstrebender Geist des Menschen.3) Dies entspricht der stoisch-alexandrinischen Lehre, vom inneren und äusseren Logos, wie Philo in seiner allegorischen Deutung des Choschen ha Mischpot des hohen Priesters ausführt: Zwiefach war der Logeon (Choschen), denn zwiefach ist im All und in der Natur des Menschen der Logos. Im Menschen ist der eine ein innerlicher λόγος ενδιάθετος und der andere ein äusserlicher λογος προφορικός .4) Der erste ist die Quelle, aus welcher der zweite quillt. Aber, fügt Philo hinzu, der Logos wirkt nicht, wenn ihn nicht die Tat begleitet. Deshalb soll man den Logeon mit dem Ephod verknüpfen und es soll der Choschen nicht abrücken vom Ephod. Und eine Regel in der Lehre, dass die Schrift sich nur an einem Orte deutlich ausspricht und dass davon auf alle übrigen ähnlichen Stellen geschlossen wird, da die Thora sich kurz fasst und mit einem kleinen Teil auf das Ganze deutet. Ebenso liegt dies der ersten Middo, dem Kal wo chomer, zu Grunde, wie es in der Formel, ”we ein zorich lomar” man braucht nicht zu sagen, geschweige denn, zum Ausdruck kommt, vgl. Schwarz, A. der hermeneutische Syllogismus S. 13, und S. 93—99.!) Maim. Komm, zur Mischna, Tr. Aboth I über die fünf Klassen der Rede. 2) Ez Chajim, Vorrede. 3) Pforte Othioth, Buchstabe Schethika, über Hauch (Hebel) vgl. oben S. 102. 4) Das Leben Mosis in Philos Werken Ausg. Leop. Cohn, p. 155 M s. Heinze M. Logos S. 140f. und S. 232.

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