Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
- Issue
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 250)
- Language
- German
- Belongs to
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249 Heimat in der Fremde. „Mein Benjamin will fort? Ich kann’s nicht wehren, Wie schwer mir auch des Sohnes Abschied fällt. Du kannst dich hier nur kümmerlich ernähren, Du suchst das Glück in einer neuen Welt. So werd’ ich dich wohl hier nicht wieder sehen, Denn karg gezählt sind meine Tage schon; Je nun, des Herren Wille mag geschehen, Er segne und behüte dich mein Sohn!“ — Er reisst sich los vom warmen Mutterherzen Und wiederholt noch einmal still den Schwur Den letzten Rest der weichlichen Natur, Der bittern Abschiedsträne letzte Spur Mit festem Sinn beharrlich auszumerzen. Er ist ein Mann! Zu ringen gilts, zu wagen, Zu kämpfen mit dem widerspenst’gen Glück, Und, zieht es neidisch wieder sich zurück, Es wie ein Held gewaltsam heimzutragen. Und wie er nun an Bord des Schiffes steht, Den letzten Gruss den Seinen heimzusenden, Und es ihm warm und mild entgegenweht, Wie Segenshauch von warmen Mutterhänden: Da malt er sich im Geist das gold'ne Glück, Damit das schwanke Herz daran erstarke, Und rasch nach Westen wendet er den Blick, Und rasch nach Westen fliegt die ries’ge Barke. Die; Jahre fliehn! Er hat, was er gewollt, Im Kampf hat er das neid’sche Glück bezwungen, Allein noch grossem Sieg hat er errungen, Den prakt’sehen Sinn errang er mit dem Gold,