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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 239

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 239 (sequence 240)
Language
German
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IRI
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239 Rabbi. Ein reicher, im Städtchen angesehener Mann, der seinen Platz im grossen Bethause an der Misrachwand hat. In chassidischer Gesellschaft oder an feierlichen Chassidimzusammenkünften an Jahrzeitstagen der berühmten Rabbi’s, die Nachkommen des Baal-Schem, hat ihn noch kein Mensch gesehen. Er begnügt sich aber damit nicht. Ganz oft wagt er aus allen chassidischen Lebensweisen und Gesprächen, Sitten und Manieren auch öffentlich zu spotten. „Mein Rabbi“, sagt er mit höhnischem Lächeln, „ist Mosche Rabenu, seine Thora ist mein Chassiduth!“ Und er, Schmnl, der junge Schwiegersohn, trägt das chassidische Feuer in seinem Busen, und strebt sehnsuchtsvoll wenigstens nur einmal den heiligen Rischiner zu sehen und dessen Worte zu hören. Von seinem Schwiegervater, dem Misnagid, wird er nicht beeinflusst. Nur kurz lautet seine Antwort: „Der Glaube an den Rabbi, der zugleich der wahre Thoragelehrte ist, ist eine von den achtundvierzig Tugenden, durch welche man sich das Thorawissen auch nach der Meinung der äussersten Misnagdim aneignen kann!“ Ein heisser Kampf entflammt im Innern des jungen Schmul. Einerseits, der Schwiegervater, der Misnagid, von dessen Willen er abhängig ist, die junge Frau, die, wie immer, ihren Vater in allen Dingen unterstützt, anderseits der Rabbi, zu dem Tausende in langen, mühe- und gefahrvollen Reisen hinströmen. Sie überschreiten die Grenzen, wandern von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, um endlich in der Nähe des heiligen Zadik einige Zeit zu verweilen. Auch vom Städtchen fährt morgen eine grössere Gruppe auf die kommenden Feiertage. Wie lockt es ihn, den jungen Schmul, nur einen Tag, nur einige Stunden mit seinen älteren Genossen zusammen zu sein! . . Doch komme, was da wolle! Schmul fasst den Entschluss, mitzufahren. Auf jede Gefahr hin. Wenn

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