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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 220

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 220 (sequence 221)
Language
German
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IRI
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220 konnten nach eigenem Recht. Mit gefesselten Händen sehen die tapferen Söhne Judas wie die frechen Chaldäer mit ihren Frauen und Schwestern ihr Spiel treiben» „Auf ihr Hunde“, rufen die Kriegsknechte Nebukadnezars, „auf nach Babylon und schleppt eure Fesseln mit. Auf ins Golus, ihr habt Sonnenuntergang!“- „Ich weine bitterlich, Tränen entströmen meinen Augen! Mein Zelt ist verheert und zerstört, meine Kinder weggeführt.“- Die Mauern Jerusalems fallen, die Mauerbrecher Roms haben ihr Werk vollführt. Bestienartig stürzen die Legionen in die Stadt, immer mehr ziehen sich die Helden Judas gegen Zion zurück, jetzt kommt der Kampf, sie stehen am Beth-Hamikdosch. Hier fallen zu Tausenden die Römer wie die Juden. Dort wirft eine zweite Debora einen mächtigen Balken über einen Kohortenführer. Vor Wut schnaubend, ergreift ein Legionär ein brennendes Holzscheit und wirft es gegen die Befestigung. Der Tempel brennt, eine Schreckensnachricht von ungeahnter Tragweite. Die Waffen entsinken den Händen der Verteidiger. Zum Tempel! Sein Tod soll auch unser Tod sein. Dort spannt noch einmal ein tapferer Zelote seinen Bogen, er trifft gut, ein Freudenschrei „Schema Isroel“ und er ist im Feuer. „Fluch euch ihr Römer“, ruft ein ehrwürdiger Greis von den hohen Mauern herab, „denn durch euch ging in Erfüllung das Wort des Ewigen“: „. ... r Zion wird als Acker gepflügt und Jeruschaljim wird ein Trümmerhaufen, und der Berg des Tempels zu waldigen Höhen!“ „Ich weine ob des schweren Tages, an dem zweimal Zerrüttung mich »traf und meine Verbrechen alle geahndet wurden. Gross ist mein Schmerz, meine beiden Heiligtümer sind zerstört, meine Macht und Hoheit ward gebrochen.“

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