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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 209

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 209 (sequence 210)
Language
German
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209 Gad aber sprach: „Da sang Mose und die Kinder Israels ein Lied dem Herrn“ und weiter heisst es: „Und Mirjam, die Prophetin, nahm eine Pauke in die Hand und alle Weiber folgten ihr mit Pauken hinaus im Reigen und Mirjam sang ihnen vor * . „Ich frage, — wer von euch hat jemals gleich jenen Kindern Israels aus der Tiefe seines Herzens ein eigenes Lied angestimmt dem Herrn, welche von eueren Weibern hat den Reigen geführt zum Preise unseres Gottes?“ In Staunen verharrten die Tischgenossen. Eine solche Frage hat noch niemand an sie gerichtet. „Wohlan, ich finde keine Antwort? So arm also seid ihr, Kinder und Enkel des glorreichen Stammes der Sänger und Dichter! So bettelarm seid ihr, dass nicht ein Mohnkörnchen Freude mehr in eueren vertrockneten, vergröbten Herzen keimt. Ein Bettler, der sich hinter dem Zaune im Mittagscheine sonnt und seine Weise dabei summt, ist ein Salomo euch gegenüber.“ * „Ja, wisst ihr denn nicht, dass Leben Freude ist und nichts anderes sein darf als Freude, Freude und Gesang? Hat nicht Deborah gesungen, hat David, der Sänger Gottes, vergebens vor der Bundeslade getanzt? Und hat nicht Mose noch im hundertzwanzigsten Lebensjahre das gewaltige Lied angestimmt, mit dem er sein Volk zum Abschied grüsste?“ „Und wer sang uns das hohe Lied? Etwa ein Geringerer als Salomo, der König der Freude, Davids grösster Sohn!“ „Aber der Sang und die Freude sind verbannt worden aus den Hütten Jakobs, gleichsam ein Salomo, der, seiner Herrlichkeit entkleidet, in fremden Landen, bei fremden Völkern umherirrt vom bösen Geist getrieben und vergebens nach einer Heimat ruft.“ u

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