Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
- Issue
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 186)
- Language
- German
- Belongs to
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Gebückt und gekrümmt ist ihr Rücken, und grau sind die spärlichen Haare, Tiefe, durchdringende Blicke entsendet ihr grimmiges Auge . . * Man möchte sie schmeichelnd liebkosen und möcht’ in die Augen ihr speien, Sie küssen und stets den gekrümmten, den hässlichen Rücken ihr schlagen; Den hölzernen Stab in den Händen, so stolpert sie überall vor mir, Sie seufzt und sie klopft mit dem Stabe, sie schläft auf der offenen Strasse Und wechselt das Kleid nicht, das alte, und nicht die zerrissenen Schuhe, Und will ich mich setzen, so schlägt mich der Holzstab: Es gibt keinen Platz hier; Kaum strecke ich aus meine Hände, schon brummt sie mit zahnlosem Munde Und stösst mich: Lass, nimm nicht, lass liegen! Die Galuth, die Stiefmutter ist es, ich seh sie auch jetzt, und ihr Schatten Bedeckt schon die schweigenden Berge Doch höre mich, Himmel der Fremde, ich rufe die Berge als Zeugen Und schwöre: Was je meinem Herzen und Blute entrissen die bittere Galuth, Das schlürf’ ich mit lechzenden Ohren, mit gierigen, leuchtenden Augen! Ich will, dass am Duft der Gefilde der schmachtende Körper sich labe, Ich will, dass der purpurne Himmel mir färbe die welkenden Wangen, Ich will meine klaffenden Wunden mit sonnigen Strahlen umweben,