Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
- Issue
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 177)
- Language
- German
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176 Der Graf von Laubach wurde ein warmer Freund der Juden: namentlich blieb er Ahron Nauheim sehr gewogen. Dieser bezahlte seine Schulden und gründete die Fabrik, zu der ihm die Regierung die Konzession erteilt hatte. Das Unternehmen glückte und Ahron ward ein reicher Mann. Der Sohn des Grafen von Laubach heiratete später das Fräulein von Buchensee und wurde einer der reichsten Gutsbesitzer des Landes. Als die Napoleonischen Kriege Europa verwüsteten, schlummerten die beiden Kavaliere, die beim Beginne unserer Erzählung am Schachbrette gesessen hatten, im Schosse der Mutter Erde. In den Freiheitskriegen stürzte sich der Graf von Laubach, ein eifriger Patriot, in Schulden, um auf eigene Kosten Regimenter auszustatten und diese dem preussischen Heere zuzuführen; zudem waren seine Güter verwüstet, seine Schlösser zerstört. Das Erbe seiner Väter wäre unter den Hammer des Auktionars gekommen, wenn nicht der alte Ahron Nauheim ihm ein unverzinsliches Darlehen von 50,000 Talern geboten hätte. Als Ahron das Geld auszahlte, sagte er: „Gelobt sei Gott, der mich diesen Tag hat erleben lassen, an dem es mir vergönnt ist, die Schuld der Dankbarkeit abzutragen. “ Dr. M. Lehmann s. A. &