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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 173

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 173 (sequence 174)
Language
German
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173 nie mehr zu plagen, Du bist fortan ein reicher Mann!“ Und sie zeigten frohlockend das kostbare Kleinod und erzählten, wieso sie zu demselben gekommen. „Wusste der Araber, “ fragte der Lehrer, „dass dies Kleinod sich am Halse des Esels befand?“ — „Nicht doch“, sagten die Schüler. „So bringet es ihm zurück!“ „Aber Rabbi, wenn der Araber nicht davon wusste, so hat er sicherlich selbst nicht mehr Anrecht daran ala Du; er wird das Tier ebenso wie wir mit dem Geschmeide gekauft haben!“ „Meine Kinder,“ sagte da der Rabbi ernst, „es ist vielleicht möglich, dass der eigentliche Eigentümer des Kleinods nicht mehr zu ermitteln ist. Es ist aber auch möglich, dass der Araber, der euch das Tier verkauft hat, der rechte Eigentümer ist. Ich aber sage euch, ich will keinen Reichtum, an dem auch nur der Schein von Sünde haftet. Gehet hin zu dem Araber und sagt ihm: Hier sendet dir unser Lehrer den Schatz, den er hätte behalten können; aber der Gott Israels befiehlt, ihn dir zurückzugeben.“ — Und die Schüler gingen. Nach vielem Suchen fanden sie den Mann, von dem sie den Esel gekauft hatten. Er sass in dem Winkel einer Herberge, trübe vor sich hinstarrend, „Warum bist Du so traurig, Sohn Ismaels?“ redete ihn einer der Schüler an. „Ach, ich armer Mann,“ sprach der Angeredete, ich habe heute mein ganzes Vermögen verloren!“ Und er erzählte ihnen, dass er vergessen habe, einem von ihm verkauften Esel das Halsband abzunehmen. Er erkannte offenbar die jungen Leute nicht wieder. Diese überreichten ihm das Kleinod und sprachen so, wie der Rabbi es befohlen hatte. Da erhob der Heide die Hände gen Himmel und rief: „Gelobt sei der Gott Israels!“ Im

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