Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
- Issue
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 169)
- Language
- German
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168 „Ja“, sprach Ahron, „namentlich Deinetwegen und um der Kinder willen ist es mir leid. Gerade fing unser Geschick an, sich so günstig zu gestalten, gerade stand mir ein industrielles Unternehmen in Aussicht, das reichen Gewinn abzuwerfen versprach; da kommen die Zahlungseinstellungen der grossen Häuser in B. und bringen mich um mehr als ich selbst besitze.“ „Und hast Du nichts versucht, Dich zu retten!“ „Wohl habe ich alles Mögliche versucht — allein, es war alles vergebens. Meine Gläubiger können und wollen nicht warten, meine Freunde haben teilweise ebenfalls grosse Verluste erlitten und die helfen könnten, wollen nicht.“ „Und der Baron von Buchensee? Er ist so unermesslich reich und hält so viel auf Dich!“ „Was soll ich von ihm verlangen? Ich brauche 5000 Taler, um meine Schulden zu decken und mindestens noch 10,000 Taler, um das neue industrielle Unternehmen zu beginnen; denn sonst habe ich keine Aussicht, jene 5000 Thaler jemals zurückbezahlen zu können. Soll ein Mann mir 15,000 Taler leihen? Uebrigens habe ich mich seinem Verwalter entdeckt und dieser hat mir versprochen, mit seinem Herrn zu reden. Allein ich habe nicht die geringste Hoffnung.“ Während sie so miteinander sprachen, trat der Briefträger herein und brachte Briefe und auch ein Paket. „Ach,“ sagte Ahron, „vom Freiherrn von Buchensee! Lass sehen, was er schreibt: „„Lieber Nauheim. Da mir mein Verwalter mitteilt, dass Sie sich in Geldverlegenheit befinden, so beeile ich mich, Ihnen anbei Ihr Guthaben mit dreihundert Talern zu senden. Ihr wohlaffectionierter Ferdinand, Freiherr von Buchensee.““