Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
- Issue
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 164)
- Language
- German
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163 die Thora und um das Pergament. Wenn ein Gelehrter, wie Heb Salme, stirbt, der nur für die Thora gelebt und קיים זה מה שכתוב בזה erfüllt hat, was in ihr geschrieben stand, so trauern wir nicht nur um die Thorakenntnisse, die mit ihm entschwinden, sondern auch um die schönen Eigenschaften, die mit ihm der Welt verloren gegangen sind. Ueber den Tod von Heb Salme klagt nicht nur die jüdische Wissenschaft, der er sein Leben gewidmet, nicht nur der Eabbinerstand, zu dessen Zierden er gehört hat, sondern auch die Menschheit, denn er war einer der edelsten Menschen. Ueber der :Fürsorge für andere hat er sich selbst vergessen, *und seine höchste Freude hat er darin gesuoht, andere zu erfreuen, sein Glück nur darin erblickt, andere zu beglücken. — Sechsunddreissig Fromme, so heisst es im Talmud, muss es zu jeder Zeit auf der Welt geben, sonst könnte sie nicht bestehen. Durch diesen Ausspruch sollen wir vielleicht, darauf hingewiesen werden, dass es in jedem Geschlecht, auch in einer Zeit voller Schrecknisse und Greuel, voller Eoheit und Grausamkeit, voller Hass und Bosheit edle Menschen in unserer Mitte gibt, und geben muss, welche dazu bestimmt scheinen, die göttliehen Ideale' im Menschenkreise lebendig zu erhalten, die פיה פתחה בחכמה ותורת הסד על לשונה ihren Mond mit Weisheit öffnen und die Lehre der Liebe auf ihrer Zunge tragen und die uns zeigen, wie wir sein sollten! Basel. Rabbiner Jh\ A. Cohn.