Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
- Issue
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 150)
- Language
- German
- Belongs to
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149 als erhabene und erhebende Schönheit auf den Menschen. Sie ist unserem Nützlichkeitsstreben ganz entrückt, ist so wie sie in den Schöpfungstagen geworden, ist das Bleibende und dadurch der Inbegriff herzbezwingender Schönheit, ein Strahl der Ewigkeit. Deshalb empfinden wir Urwelt-Eis, ewigen Fels und Schnee als schön, empfinden als schön eine an sich eigentlich öde Felslandschaft, die kaum Baum oder Strauch trägt, wie etwa die Schöllenenschlucht oder der Gotthardpass. Haben wir uns in den Höhen den rechten Begriff ewiger Schönheit geholt, dann werden wir sie anders suchen und finden in jedem Stück Natur, in das wir gestellt sind. Wir haben Schönheit gefunden auf Höhen, die nur das Auge Gottes schaut und haben ehrfurchtschauernd empfunden, dass Schönheit keine supponierte Erfindung der Menschen, dass sie reale Wirklichkeit ist, geschaffen durch den Willen des grossen Weltenkünstlers. Durch den Funken von ihm in uns, hat er uns befähigt, sie nachzuempfinden und aus ihr ihn zu erkennen. So können wir aus der Schönheit der Natur ihren Schöpfer und Meister erkennen, dem ungezählte Welten in ewiger Schönheit strahlen, dem auch die Menschenwelt dienen soll, indem sie sein Sittengesetz in freiem Gehorsam erfüllt und damit ihre eigene Schönheit und Harmonie entfaltet und vollendet. J. Strom.