Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
- Issue
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 140)
- Language
- German
- Belongs to
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139 offizielle Gang des Chosson zur Thora und wiederum erfplgt ein feierliches Mi scheberach für die Braut vor der aufgerollten Thora. Nach jedem glücklichen wie unglücklichen Ereignis erscheinen wir beim „Leinen“ vor der Thora, um wie einer treuen Mutter alles uns Widerfahrene ihr sofort mitzuteilen. Und an derselben Stelle, wo einst der Vater des neugeborenen Kindes vor der Thora gestanden und das erste Mischeberach hat aussprechen lassen, an derselben Stelle steht heute der treue Sohn am Jahrzeitstage seines Vaters, oder seiner Mutter s. A., lässt wiederum ein Mischeberach sprechen und spendet gerne und aus vollem Herzen die nötigen Gaben zur Erhaltung des Gottes hauses, der Schule, der Armenkasse usw., um sich so den treuen Vorfahren in treuer und ehrfürchtiger Dankbarkeit zu nähern und würdig anzuschliessen. Ja, man kann sagen: die Thora hat uns bis heute trotz aller fürchterlichen Widerstände zu erhalten vermocht, aber das „Leinen“ hat nicht nur uns, sondern auch unsere Institutionen mit erhalten geholfen. Denn selbst bei denjenigen, die weniger ins Gotteshaus an jedem Sabbath kommen und sich ebensowenig mit der Thora befassen, ist es immer noch eine ganz besondere Ehre, zur Thora aufgerufen zu werden. Die offene Thora öffnet ihr Herz, öffnet ihre Hand und klärt ihren Sinn für das Erhabene, Gute, Schöne und Wahre. Bern. ' Joseph Messing er.