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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 123

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 123 (sequence 124)
Language
German
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123 mässigkeit, der wir in der organischen wie anorganischen Natur begegnen, gewesen. Nun sagen sie, freilich ist es wahr, dass wir jetzt noch vieles nicht erklären können, aber wir glauben, dass man mit dem Fortschreiten der Wissenschaft und mit der Vervollkommnung unserer Hilfsmittel, die Erscheinungen, die man früher einer mystischen Kraft zuschreiben musste, auf physikalische und chemische Gesetze zurückführen können wird; es wird doch schliesslich gelingen, zu zeigen, dass der ganze Lebensprozess nur ein komplizierter Lebensvorgang ist, einzig und allein beherrscht von den Kräften der unbelebten Natur. Nun aber haben wir schon gesehen, dass je vollkommener unsere Mikroskope geworden sind, je tiefer wir in die Einzelheiten der Natur eingedrungen sind, um so mehrere und schwierigere Geheimnisse vor uns entstehen. Es ist wahr, dass das Auge eine camera obscura ist, und das Netzhautbild im Hintergründe des Auges kommt nach denselben Gesetzen der Refraktion zustande, wie das Bild auf der Platte des Photographen, aber wie kommt dieser komplizierte, optische Apparat zustande? warum fügen die Zellen der Gewebe sich aneinander zu diesem wunderbaren Bau? Das ist das grosse Rätsel, zu dessen Lösung bis jetzt auch nicht der erste Schritt getan ist. Die Succession der Entwicklung lässt sich beobachten und beschreiben, aber das Wie und Warum, der Kausalzusammenhang, darüber wissen wir absolut nichts. Es ist eine bekannte Tatsache^ dass durch einen kleinen Samen von 0,02 M. alle körperlichen und geistigen Eigenschaften vom Vater auf den Sohn sich vererben. Wenn das wirklich ein rein mechanischer Prozess ist — wie unendlich wunderbarer muss der Aufbau der Atome, wie unendlich verwickelt und kompliziert müssen die mannigfachen Bewegungen in dieser kleinen Zelle sein,, und wie wird dieser kleine Bau zum Träger der seelischen

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