Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 75

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 75 (sequence 76)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3135693-3135700--0579-3136303
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

75 -sie auch bei ihrem ersten Auftreten das Gemüt erschüttern, im Laufe der Zeit doch abflauen.*) Der Mensch präsentiert sich ihm als Träger vieler Erlebnisse und UeberWindungen. Demgemäss pflegte er selbst von einem boshaften Greis mitleidsvoll zu sagen: „Wie reich sind die Strapazen, die über ihn gekommen sind.“* 2) Er gebraucht dabei einen Ausdruck, der nur bei ihm vorkommt (Harpatkaot). In seinen agadischen Betrachtungen über die biblischen Männer pflegte er Aenderungen, die sie erlebt haben, nachzuforschen. So meint er, dass Noah drei Welten, um mit der Sprache unseres Rabbis zu sprechen, sah: eine in blühender Kultur, eine im Zustand der Zerstörung und eine, die wieder hergestellt wurde. Moses sah die Juden vor ihrer Knechtung, in ihrer Knechtung und als Erlöste; Hiob sah die Welt, da er noch unversehrt war, nachdem er mit Plagen geschlagen wurde und zuletzt nach seiner Wiedergenesung.3) An einer andern Stelle meint Rabbi Jochanan, dass David vier Segnungen sang, entsprechend den Phasen und Momenten, die die Menschen durchzumachen haben, darunter der Moment, wo der Mensch der Pflege der Mutter entbehren kann und Gefahr läuft, der Mutter samt der von ihr erhaltenen Wohltaten leichtsinnig zu vergessen.4) Ebenso als Darstellung seines eigenen Erlebens gibt sich seine Behauptung, dass jeder der Propheten vier Könige überlebt hat, woraus er die Nutzanwendung folgert, *) Bereschit rabba 64,5. 2) Kiddusehin 33. 3J Tanchumat Buber Wajescheb 5. 4) J. Schochor tob. 103,3. S. daselbst in Buber die aus Leviticus zitierte Lesart, wo aber eine Namensver wechslung voiliegt. In Bezug’ auf die Namen ist also die Angabe in Schochor Tob zu akzeptieren. Einen Beweis hiefür liefert ein Vergleich der Behauptung B. J. ben Levi daselbst mit Toldot JS. 131.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.