Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 29 (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3135693-3135700--0533-3136257
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

29 Standes und des Glaubens die Sorgen der Gegenwart zu tragen haben. Wohl lässt sich nicht leugnen, dass noch immer die Kreise des Arbeiter- und Mittelstandes besonders schwer unter der Teuerung leiden, und es ist des Schweisses der Edelsten der Nation und all derer, die sich mit den öffentlichen Angelegenheiten befassen, wert, Mittel und Wege zu suchen, um die Ideen sozialer Gerechtigkeit in der Eidgenossenschaft durchzuführen und Ungleichheiten, vor allem dort zu beseitigen, wo sie zum Unrecht werden. Als Juden haben wir die besondere Pflicht, den Bundesbehörden, sowie den kantonalen Regierungen ihre gewaltige Arbeitslast, soweit es in unserer Macht steht, zu erleichtern und vor allem die im Interesse der Gesamtheit erlassenen Kriegsverordnungen genau zu befolgen. Auch sollten wir es uns besonders angelegen sein lassen, uns jeder Tätigkeit zu enthalten, die, wenn auch unbewusst, auf die Untergrabung der staatlichen Autorität hinzielt. „Bete für das Wohl der Regierung, denn würde die staatliche Gewalt nicht bestehen, so würde einer den andern lebendig verschlingen“, die Wahrheit dieses Ausspruches eines alten jüdischen Weisen verkünden uns die Ereignisse der Gegenwart in einer für Jedermann verständlichen Sprache und mit besonderem Ernst dürfen wir gerade in der Gegenwart den Segen für unsere Behörden erflehen, dass sie mit der Hilfe des Allmächtigen im Stande sein mögen, ihre schwierigen Aufgaben zum Gedeihen der Schweiz zu lösen, in welcher wir auf unserer Golus-Wanderung gastliche Aufnahme gefunden haben. Um so eher haben wir als Juden den Behörden gegenüber diese Stellung einzunehmen, als mit freudiger Genugtuung festgestellt werden darf, dass gerade im vergangenen Jahre .die Bundesbehörden in ihrem Verhalten gegenüber den jüdischen Mitbürgern freundliches

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.